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bikeguide.de | Mountainbiketouren | Von Scharnitz über die Pleisenhütte zur Pleisenspitze

Von Scharnitz über die Pleisenhütte zur Pleisenspitze

Tourenübersicht

Schwierigkeit:

Kondition: Mittel-Hoch, Fahrtechnik mittel, 2. Hälfte der Bike Auffahrt kaum fahrbar, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit notwendig.

Schönheit:

Allein schon die Pleisenhütte ist einen Besuch wert. Und dann noch der Gipfel: Der bietet ein einmaliges Panorama.

Dauer:

Bike: Scharnitz - Pleisenhütte: 1:50 h, Wanderung: Pleisenhütte - Pleisenspitze: 2h.
Abstieg: Pleisenspitze - Pleisenhütte: 1h, Abfahrt: Pleisenhütte - Scharnitz: 0:30 h

Höhenunterschied:

Bike: Scharnitz - Pleisenhütte: 790 Hm, Wanderung: Pleisenhütte - Pleisenspitze: 810 Hm

Gegend:

Karwendel

Startort:

Scharnitz

Jahreszeit:

Ende Mai bis Ende September (abhängig von Schneeschmelze und Schneefall

Sonne / Nacht:

Biketeil: 60% Schatten, Wanderteil: kaum Schatten

Einkehrmöglichkeiten:

Pleisenhütte

Besonderheiten:

Download:

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Stand:

14.08.2010

Bitte beachtet unsere Sicherheitshinweise


Beschreibung

Die Pleisenspitze im Karwendel ist wohl den meisten Bergsteigern als traumhafter Aussichtsberg ein Begriff. Hier wird der Gipfelbesuch als 'Hike and Bike Tour' vorgestellt. Und so viel kann man vorab sagen, die Pleisenspitze wird Ihrem Ruf gerecht.

Seit Wochen war das Wetter echt mies und ich war nicht mit dem Bike in die Berge gekommen. Umso großer war meine Freude, als der Wetterbericht für Mitte August endlich ein schönes Wochenende prophezeite. Als Ziel hatte ich die Pleisenspitze ausgesucht, denn sie steht schon lange auf meiner Liste der Wunschberge ganz weit oben.

Nun würde ich an diesem Wochenende sicherlich nicht der einzige in den Bergen sein. Und so entschied ich mich schnell schon am Freitagabend loszufahren, obwohl da noch jede Menge Regen vorhergesagt war. Also habe ich die Regensachen in den Rucksack gepackt, zum Hüttenschlafsack und dem Waschbeutel, denn eine Nacht auf der Pleisenhütte sollte die Tour etwas gemütlicher machen. Zwar kann man die Pleisenspitze auch an einem Tag machen, aber einen Abend auf der urigen Pleisenhütte, den sollte man sich nicht entgehen lassen.

Und so parkte ich gegen sechs Uhr Abends auf dem Parkplatz 'Karwendeltäler'. Der Wetterbericht hatte zumindest mit dem Regen für den Abend schon mal recht und so zog ich die Regensachen an. Gut verpackt ging es mit dem Bike dann erst einmal eineinhalb Kilometer über eine Teerstraße ins Hinterautal, bevor beim Cafe Wiesenhof der Weg zur Pleisenhütte abbiegt und der eigentliche Anstieg beginnt.

Auf einer Forststraße fährt man durch den Wald hinauf. Die ersten vier Kilometer geht es fast immer aufwärts. Aber die Forststraße ist gut fahrbar. Von den umliegenden Bergen waren an diesem Abend aber nur ein paar Felswände durch den Regen zu sehen. Erst kurz vor der Pleisenhütte hatte das Wetter kurz ein einsehen und riss auf. Für 5 Minuten waren sogar ein paar Sonnenstrahlen zu sehen. Dann fiel wieder der Regen.

Nach circa eineinviertel bis eineinhalb Stunden nimmt die Steigung der Forststraße kurz nach einer Abzweigung dann deutlich zu. Ab hier fahren nur noch die Profis mit dem Bike weiter und die Steigung lässt auch bis zur Hütte kaum noch nach. Wer will kann sein Bike hinter ein paar Bäumen gut versperrt zurücklassen und nun zu Fuß weitergehen. Oder man schiebt das Bike bis zur Hütte hinauf und hat dafür am nächsten Tag eine längere Abfahrt. Ich hatte mich für das Schieben entschieden und wieder einmal festgestellt, dass das Schieben bergauf auch ganz schön anstrengend ist.

Nach einer halben Stunde habe ich dann die regennasse, fast menschenleere Terrasse der Hütte erreicht. Nur ein einsamer Raucher trotze dem Wetter. Der Weg weiter zur Pleisenspitze führt übrigens direkt über die Terrasse hinweg. Da kehrt wohl fast jeder Wanderer beim Aufstieg oder zumindest dann beim Abstieg ein.

Auch ich habe meine nassen Sachen an den Haken gehängt und bin in die gemütliche Stube hineingegangen. In der Küche habe ich auch schon mein Abendessen gesehen. Ein riesiger Berg Spinatknödel fürs Wochenende ist gerade unter den Händen des Wirtes Siggi Gaugg enstanden. Zwei davon habe ich mir sofort bestellt und mich in die Stube gesetzt. Die wird nur von Öllampen erhellt, denn bisher hat der Strom hier oben nur in der Küche Einzug gehalten. Das macht die kleine Stube, in der sich bisher nur 3 Leute eingefunden hatten, besonders gemütlich. Später sind noch drei Münchner hinzugekommen, die am nächsten Tag den Steig zum Karwendelhaus machen wollten und zwei Bekannte des Wirts, die Ihn besuchten. Der Abend wurde so gemütlich, dass wir alle froh waren, dass auf der privat geführten Hütte keine Hüttenruhe den Abend frühzeitig beendete. Alle Gäste außer mir waren langjährige Stammgäste und auch der Wirt selbst gesellte sich öfters dazu.

Am nächsten morgen nach dem Frühstück begann dann der 'Hike' - Teil, der Wanderteil der Tour. Die Hütte lag noch in den Wolken, aber schon nach wenigen Metern ließ ich diese hinter mir und der blaue Himmel kam zum Vorschein. Das verhieß Gutes für den Gipfel.

Durch Latschen geht es aufwärts zum Gipfel. Ein bisschen Trittsicherheit sollte man auf dem felsigen Weg schon haben Ich war an diesem Morgen der Erste, der unterwegs war und wurde fürs frühe Aufstehen belohnt. Eine fast 50 Tiere starke Gemsenherde tummelte sich kurz unterhalb des Gipfels. So wurde ich vor lauter Schauen noch von einem anderen Wanderer eingeholt, der in rasantem Tempo den Berg herauf kam, Siggi der Wirt der Pleisenhütte hatte den ruhigen Vormittag genutzt, um den Gipfel zu besuchen. So bin ich dann gleich zu einer perfekten Erklärung des Panoramas gekommen. Und was für eine Fernsicht das an diesem Tag war, alle Großen waren zu sehen, Großglockner, Großvenediger, Olperer, der Hohe Riffler und das Zuckerhütl. Bis zum Rosengarten ging die Sicht.

Auf dem nahen Mittenwalder Höhenweg tummelten sich inzwischen schon Massen von Menschen. Was war ich froh über die Wahl meines Gipfelzieles. Die Brotzeit auf dem Gipfel habe ich ausfallen lassen. Zu sehr freute ich mich noch mal auf ein Essen auf der Hütte. Kurz vor der Pleisenhütte kann man durch einen schmalen Riss in die Vorderkarhöhle hineinsteigen. Eine ziemlich nasse und wenn man den hinteren Teil der Höhle durch einen kleinen Durchschlupf besuchen will auch eine ziemliche schlammige Angelegenheit.

Dann gab es also noch ein Mittagessen auf der Pleisenhütte und danach ging es wieder hinauf aufs Bike und hinab ins Tal. In einer knappen halben Stunde ist man wieder am Parkplatz. Fast erschrickt man nach der Ruhe der Berge, wenn man nach Scharnitz zu der Masse der Touristen hinab kommt, die an einem Samstag in die Karwendeltäler einfallen.

Mein Fazit: Sehr schöne Tour. Man sollte sich die Zeit nehmen Sie an zwei Tagen zu machen. Sonst verpasst man einen sehr gemütlichen Hüttenabend. Mit der Hike and Bike Variante spart man sich vor allem bei der Abfahrt Zeit und Lauferei. Mir hat die Pleisenspitze auf alle Fälle sehr gut gefallen. Ich werde Sie unter meinen Lieblingstouren aufnehmen und habe den festen Vorsatz, auf der Pleisenhütte Stammgast zu werden.

(sw)



Bilder der Tour Von Scharnitz über die Pleisenhütte zur Pleisenspitze

Die gemütliche PleisenhütteWeg zur Pleisenhuette im NebelGipfelkreuz der PleisenspitzeWeg zur Pleisenspitze im NebelBlick zur Pleisenspitze



Höhenprofil



Tourenkarte


Bike und Hike von Scharnitz zur Pleisenspitze auf einer größeren Karte anzeigen